AMI Labs, das Startup des ehemaligen Meta-KI-Chefwissenschaftlers Yann LeCun, hat in seiner Seed-Finanzierungsrunde mehr als eine Milliarde Dollar eingesammelt. Es ist die größte Seed-Runde, die je ein europäisches Unternehmen erhalten hat. Sifted berichtet, dass zu den Investoren der Chiphersteller Nvidia, das Singapurer Unternehmen Temasek, die französischen Firmen Cathay Innovation und Daphni, die deutsche Beteiligungsgesellschaft HV Capital, das Londoner Unternehmen Hiro Capital, Bezos Expeditions sowie der südkoreanische Investor SBVA gehören.
Das Unternehmen entwickelt sogenannte World Models. Im Gegensatz zu großen Sprachmodellen wie ChatGPT sollen World Models die physische Welt verstehen, statt nur Text oder Bilder zu erzeugen. AMI Labs plant ein eigenes Modell namens AMI Video. Zielbranchen sind Robotik, Fertigung und Wearables.
Alexandre LeBrun, ehemaliger CEO des Medizin-KI-Startups Nabla, übernimmt die Führung als CEO. LeCun selbst wird als Executive Chair tätig sein. Das Unternehmen wird Standorte in Paris, New York, Montreal und Singapur betreiben.
Für viele Investoren steckt hinter dem Engagement mehr als nur technologisches Interesse. Pierre-Éric Leibovici von Daphni bezeichnet AMI Labs als potenziell „erstes europäisches Unternehmen, das die Größe der GAFAM-Konzerne erreicht.“ Während US-Firmen den Markt für Sprachmodelle dominieren, gilt das Feld der World Models noch als offen. Andreas Goeldi vom Schweizer Unternehmen B2venture sagt: „Wir haben hier die Chance, eine wirklich bedeutende Rolle zu spielen.“
