Vom Chatbot zur Werbeplattform: OpenAI bewirbt seine Anzeigenplattform in Cannes

OpenAI hat sein Debüt beim Werbefestival Cannes Lions genutzt, um ChatGPT als neue Art von Werbeplattform zu positionieren. Das Unternehmen argumentiert, dass digitale Werbung sich von einer Aufmerksamkeitsökonomie hin zu einer sogenannten „Intelligence Economy“ verschiebt. In dieser Welt ersetzen Chatbot-Gespräche klassische Suchanfragen. Peter Adams berichtet für Marketing Dive.

David Dugan, bei OpenAI verantwortlich für das globale Anzeigengeschäft, beschreibt ChatGPT-Nutzer als „super intentional.“ Sie kommen mit einem konkreten Problem und liefern dabei detaillierte Informationen über ihren Bedarf. Laut Dugan haben rund 20 Prozent der Anfragen in ChatGPT eine direkte kommerzielle Absicht. Das macht sie zu attraktiven Momenten für Werbetreibende, die Verbraucher beim Produktvergleich oder bei der Kaufrecherche erreichen wollen.

Erste Ergebnisse und wie das Format funktioniert

ChatGPT-Anzeigen starteten im Februar 2025 und sind inzwischen in sieben Märkten verfügbar, darunter Japan und Südkorea. Die Anzeigen erscheinen in einem gesponserten Feld unterhalb der organischen Antworten des Chatbots. Sie werden Nutzern der kostenlosen und günstigeren Abo-Stufen angezeigt. Ad-Tech-Partner Criteo meldet, dass bereits über 2.000 Marken über seine ChatGPT-Integration werben.

OpenAI gibt an, dass die sogenannte Cross-out-Rate, also wie häufig Nutzer eine Anzeige wegklicken, seit dem Start um 50 Prozent gesunken ist. Gleichzeitig sei kein Rückgang im allgemeinen Nutzerverhalten messbar. Calls to Action, die direkt auf die ursprüngliche Nutzerfrage eingehen, erzielen laut Dugan deutlich höhere Reaktionsraten als einfache Produktnennungen.

Vertrauen, Messung und Ausblick

OpenAI hat vier Grundsätze für sein Anzeigengeschäft formuliert: gesponserte Inhalte klar von organischen Antworten trennen, keine Gesprächsdaten an Werbetreibende weitergeben, Nutzern die Kontrolle über ihren Verlauf lassen und langfristigen Mehrwert schaffen. Für den Aufbau der Messinfrastruktur arbeitet das Unternehmen mit LiveRamp, Criteo, Adobe und StackAdapt zusammen. LiveRamp konzentriert sich zunächst darauf, Conversion-Tracking jenseits browserbasierter Methoden zu ermöglichen.

Werbeeinnahmen sollen außerdem eine Rolle in OpenAIs bevorstehendem Börsengang spielen. Zudem könnten sie dazu beitragen, Funktionen für Nutzer der kostenlosen Version zu finanzieren, etwa zusätzliche Bild-Uploads pro Tag.

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