Venice AI: Diese KI-Plattform punktet mit Privatsphäre

Venice AI macht Privatsphäre zum Geschäftsmodell. Ram Iyer berichtet für TechCrunch, dass das zwei Jahre alte Startup mittlerweile über 850.000 einzelne Website-Besucher zählt, 3 Millionen aktive Nutzer hat und täglich 1,7 Millionen API-Anfragen verarbeitet. Diese Woche sammelte das Unternehmen 65 Millionen Dollar in einer Series-A-Runde bei einer Bewertung von 1 Milliarde Dollar ein. Spannender ist aber, wie die Plattform selbst funktioniert.

So funktioniert die Plattform

Venice bietet Zugang zu mehr als 200 KI-Modellen für Text, Bild, Audio und Video. Das Unternehmen betreibt „unzensierte“ Open-Source-Modelle auf eigenen Servern und leitet Anfragen an geschlossene Modelle, etwa von OpenAI oder Anthropic, über einen externen Proxy weiter. Laut Unternehmen werden keine Nutzerdaten auf eigenen Systemen gespeichert. Zahlende Abonnenten erhalten bei ausgewählten Modellen zusätzlich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

CEO Erik Voorhees, ein früher Bitcoin-Verfechter und Gründer von ShapeShift, beschreibt den Ansatz als „neutrales Werkzeug“. Auf die Frage nach Risiken wie psychischen Schäden durch KI-Nutzung sagte er gegenüber TechCrunch, ständige Überwachung sei gefährlicher als gelegentlicher Missbrauch. „Wir optimieren für Freiheit und behandeln Nutzer wie Erwachsene“, so Voorhees.

Nutzer können zudem individuelle KI-„Charaktere“ erstellen und mit ihnen chatten. Das Unternehmen passt nach eigenen Angaben System-Prompts offener Modelle an, um offenere Antworten zu ermöglichen, ohne zusätzliche Einschränkungen einzuführen. Voorhees führt das Wachstum vor allem darauf zurück, dass Venice inzwischen nahe an die Leistung von ChatGPT herankommt.

Venice ist bereits profitabel, mit einem Jahresumsatz von über 70 Millionen Dollar. Das frische Kapital soll nun in eigene Rechenzentren fließen, um unabhängiger von gemieteten GPUs zu werden.

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