Twitch macht KI-Training mit Creator-Inhalten zum Standard

Twitch will auf der Plattform gestreamte Videos zum Training generativer KI-Modelle von Amazon nutzen, sofern Creator nicht widersprechen. Amanda Silberling berichtet für TechCrunch, dass diese Voreinstellung in der Twitch-Community auf deutliche Kritik stößt.

Aufgezeichnete Livestreams liefern große Mengen an Bild- und Tonmaterial. Dazu gehören oft stundenlange Aufnahmen, in denen Creator selbst zu sehen und zu hören sind. Twitch bietet zwar eine Widerspruchsmöglichkeit an. Sie muss aber aktiv genutzt werden.

In einem Stream auf dem offiziellen Twitch-Kanal reagierte Chief Product Officer Mike Minton auf die Kritik. Viele Zuschauer fragten, warum die Nutzung nicht erst nach einer ausdrücklichen Zustimmung beginne. Minton erklärte, bei einer Opt-in-Regelung würde sich „niemand anmelden“.

Auch die Frage, ob Amazon Twitch-Inhalte bereits zuvor zum Modelltraining verwendet habe, blieb offen. Minton sagte, er wisse nicht, welche Daten Amazon bei früheren Trainingsläufen genutzt habe.

So lässt sich die Nutzung abschalten

Die Einstellung befindet sich in den Kanaleinstellungen, nicht im Creator-Dashboard:

  • Kanaleinstellungen öffnen.
  • Den Bereich Sicherheit und Datenschutz auswählen.
  • Die Option Training für generative KI suchen.
  • Den Schalter deaktivieren.

Community-Chefin Mary Kish sagte, Twitch reagiere mit der Widerspruchsoption auf Stimmen aus der Community. Sie verwies zugleich darauf, dass auch andere Plattformen öffentliche Inhalte für KI-Modelle einsetzen. Meta nutzt etwa öffentliche Beiträge bei Facebook und Instagram, wobei die Möglichkeiten zum Widerspruch je nach Region unterschiedlich sind.

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