Statistiken: KI-Nutzung wächst, doch Beschäftigte und Gen Z werden skeptischer

Die KI-Nutzung an US-amerikanischen Arbeitsplätzen steigt kontinuierlich. Laut Gallup geben inzwischen 50% der beschäftigten US-Erwachsenen an, KI in ihrem Job mindestens ein paar Mal im Jahr zu nutzen, gegenüber 46% im Vorquartal. 13% nutzen KI täglich, 28% mehrmals pro Woche. Der Anteil der Unternehmen, die KI-Tools in ihre Abläufe integriert haben, stieg dagegen langsamer, auf 41%.

Doch diese Zahlen allein erzählen nur einen Teil der Geschichte. Mehrere Umfragen mit Tausenden von Beschäftigten in den USA und anderen Ländern zeigen ein komplexeres Bild: Viele Mitarbeiter vermeiden KI-Tools, das Vertrauen in die Technologie ist gering, und die erhofften Produktivitätsgewinne lassen auf Unternehmensebene weiter auf sich warten.

Beschäftigte ziehen sich zurück

Eine globale Umfrage von WalkMe unter 3.750 Führungskräften und Mitarbeitern aus 14 Ländern zeigt etwa: Mehr als die Hälfte der Befragten hat in den vergangenen 30 Tagen die KI-Tools ihres Unternehmens ignoriert und Aufgaben stattdessen manuell erledigt. Weitere 33% haben KI überhaupt nicht genutzt. Zusammen meiden oder lehnen etwa acht von zehn Beschäftigten in Unternehmen die Technologie aktiv ab, in die ihre Arbeitgeber Rekordsummen investieren. Laut des Berichts stiegen die durchschnittlichen Budgets für digitale Transformation um 38% auf 54,2 Millionen US-Dollar, doch 40% dieser Ausgaben blieben wegen fehlgeschlagener Einführung wirkungslos.

Das Vertrauen zwischen Beschäftigten und Führungsebene klafft weit auseinander. Nur 9% der Mitarbeiter vertrauen KI bei komplexen, geschäftskritischen Entscheidungen, verglichen mit 61% der Führungskräfte. 88% der Führungskräfte sagen, ihre Mitarbeiter hätten geeignete Tools zur Verfügung, aber nur 21% der Beschäftigten stimmen dem zu.

Dan Adika, CEO und Mitgründer von WalkMe, erklärte gegenüber dem Magazin Fortune, dass die Antwort auf die Frage, wie viele Mitarbeiter KI wirklich sinnvoll einsetzen, typischerweise unter 10% liege. Er beschrieb die Lage mit einem wiederkehrenden Bild: Man kauft jedem Mitarbeiter einen Sportwagen, den niemand fahren kann, ohne Treibstoff und ohne Straßen. Brad Brown, Global Head of Tax Technology and Innovation bei KPMG in den USA, wählte unabhängig davon fast dasselbe Bild. „Ein Formel-1-Wagen ist großartig“, sagte er Fortune. „Aber ohne einen fähigen Fahrer bringt das Werkzeug nicht viel.“

Produktivitätsgewinne gibt es, aber sie sind begrenzt

Dort, wo KI eingesetzt wird, zeigt sie durchaus Wirkung. Laut Gallup sagen 65% der Beschäftigten in Unternehmen, die KI einführen, dass die Technologie ihre Produktivität und Effizienz verbessert habe. Regelmäßige Nutzer berichten von stärkeren Gewinnen, vor allem in Führungspositionen und wissensbasierten Berufen. Auch Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie in technischen und fachlichen Berufen profitieren früher und deutlicher.

Allerdings stimmen nur rund 10% der Beschäftigten in KI-nutzenden Unternehmen stark zu, dass KI die Arbeitsweise in ihrer Organisation grundlegend verändert hat. Gallup verweist darauf, dass dies mit Studien auf Unternehmensebene in den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien übereinstimmt, in denen Führungskräfte von bislang minimalen Produktivitätseffekten berichten.

Der WalkMe-Bericht liefert eine aufschlussreiche Zahl: Beschäftigte verlieren im Jahr umgerechnet 51 Arbeitstage durch Probleme mit Technologie, 42% mehr als im Vorjahr. Ökonomen von Goldman Sachs ermittelten laut Fortune, dass KI den Beschäftigten, die sie richtig anwenden, zwischen 40 und 60 Minuten täglich einspart. Das aber ist ungefähr genauso viel Zeit, wie diejenigen verlieren, die mit den Tools kämpfen.

Gen Z nutzt KI, wird aber kritischer

Unter jungen Amerikanern ist die Nutzung weit verbreitet, doch die Stimmung dreht sich. Eine Gallup-Umfrage, die mit der Walton Family Foundation und GSV Ventures durchgeführt wurde, zeigt: Mehr als die Hälfte der Befragten zwischen 14 und 29 Jahren nutzt generative KI regelmäßig. Doch der Anteil derer, die sich dabei hoffnungsvoll fühlen, sank innerhalb eines Jahres von 27% auf 18%. Fast ein Drittel gab an, die Technologie mache sie wütend.

Fast die Hälfte der jungen Berufstätigen sieht die Risiken von KI am Arbeitsplatz als größer an als die möglichen Vorteile, ein Anstieg um 11 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Als Gründe nannten sie Bedrohungen für Einstiegspositionen, den Ersatz menschlicher Interaktion und die Verbreitung von KI-generierten Fehlinformationen. Trotzdem war Neugier die am häufigsten genannte emotionale Reaktion.

Auch Sorgen rund um Stellenabbau nehmen zu. Gallup fand, dass 18% aller US-Beschäftigten es für wahrscheinlich halten, dass ihre Stelle in den nächsten fünf Jahren durch KI oder Automatisierung wegfällt. In Unternehmen, die KI bereits einsetzen, steigt dieser Anteil auf 23%.

Quellen: Gallup, Fortune, The New York Times

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