Die Hollywood-Regisseure Anthony und Joe Russo bauen ein Hightech-Studio auf, das künstliche Intelligenz nutzen soll, um Künstler zu unterstützen statt zu ersetzen. Laut Technologiejournalist Christopher Mims vom Wall Street Journal investieren die Regisseure von „Avengers: Endgame“ in KI-Technologie, die Filmemachern helfen könnte, Inhalte mit kleineren Budgets zu produzieren.
Die Russos erhielten 2022 vom japanischen Videospielentwickler Nexon 400 Millionen Dollar für einen Minderheitsanteil an ihrem Produktionsstudio Agbo. Diese Finanzierung ermöglicht es ihnen, hauseigene KI-Tools zu entwickeln, die den kreativen Prozess optimieren sollen, anstatt menschliche Künstler zu ersetzen.
„Künstler müssen die Innovation anführen, damit die Technologie geschaffen wird, um Künstlern zu dienen, und nicht umgekehrt“, sagte Joe Russo gegenüber Mims. Die Brüder befürchten, dass Unternehmen, die Medientechnologie entwickeln, sich darauf konzentrieren werden, Künstler zu ersetzen statt ihre Arbeit zu verbessern.
Ihr aktueller Netflix-Film „The Electric State“ spiegelt ihre komplexe Beziehung zur Technologie wider und zeigt Bildschirmsucht sowie einen Technologiemogul, der mehreren realen Tech-Führungskräften ähnelt. Der Film wurde ohne KI erstellt, beeinflusste aber ihr Denken über die potenziellen Auswirkungen von Technologie.
Für ihre KI-Initiativen haben die Russos Dominic Hughes als wissenschaftlichen Leiter eingestellt, der zuvor die Implementierung von KI und Sprachmodellen bei Apple News leitete. Hughes glaubt, dass Silicon-Valley-Unternehmen generative KI falsch einsetzen, indem sie sich auf Genauigkeit statt auf Kreativität konzentrieren, wo KI-„Halluzinationen“ von Vorteil sein können.
Die Brüder erforschen auch „Transmedia“-Ansätze, bei denen digitale Assets für Filme, Spiele und andere Medienformate wiederverwendet werden können, um steigende Produktionskosten zu kontrollieren.