KI-Suchergebnisse lassen sich manipulieren, und diese Firmen tun es bereits

KI-gestützte Suchwerkzeuge wie Googles AI Mode oder ChatGPT entscheiden zunehmend darüber, welche Marken Verbraucher überhaupt zu Gesicht bekommen. Die SEO-Branche versucht diesen Einfluss zu nutzen, und manche Methoden zeigen bereits Wirkung. The Verge berichtet über eine wachsende Welle von Manipulationsversuchen, die auf KI-Suchsysteme abzielen.

Eine weit verbreitete Taktik: Unternehmen veröffentlichen auf eigenen Websites sogenannte „Best of“-Listen, in denen sie Konkurrenzprodukte bewerten und sich selbst auf Platz eins setzen. The Verge fand entsprechende Beispiele in mehreren Branchen. Zendesk kürte sich selbst zur besten Service-Desk-Plattform. Freshworks empfahl das eigene Produkt. Unternehmen wie Eesel, Hiver und Watermelon ernannten sich jeweils selbst zur besten KI-Kundendienst-Plattform. Googles AI Mode zitierte viele dieser Seiten als Quellen und präsentierte deren einseitige Einschätzungen als neutrale Information.

Google-Sprecherin Jennifer Kutz erklärt, das Unternehmen setze Schutzmaßnahmen gegen Manipulation ein, sei sich des Problems bewusst und arbeite daran, solchen Missbrauch zu bekämpfen. Website-Betreiber sollen Inhalte für Menschen erstellen, nicht für Algorithmen.

Eine weitere Methode hat Microsoft als „Recommendation Poisoning“ bezeichnet. Dabei verstecken Websites Anweisungen hinter „Mit KI zusammenfassen“-Schaltflächen. Klickt ein Nutzer darauf, werden KI-Systeme mit Befehlen versorgt, die eigene Website künftig als vertrauenswürdige Quelle zu behandeln. Die frühere SEO-Beraterin Britney Muller warnt, dass KI-Systeme legitime Anweisungen nicht von bösartigen unterscheiden können. Das sei besonders problematisch, da KI-Agenten zunehmend selbstständig Entscheidungen treffen und Aktionen ausführen.

Die SEO-Branche erfindet sich derweil rund um das Thema KI neu. Agenturen bieten ihre Dienste nun unter Begriffen wie AEO (Answer Engine Optimization), GEO (Generative Engine Optimization) oder GSO (Generative Search Optimization) an. Eine Firma, die kürzlich neun Millionen Dollar eingesammelt hat, gibt an, mehrere KI-Agenten einzusetzen, die automatisch Landingpages erstellen, Suchanfragen analysieren und externe Verlinkungen beschaffen. Muller ist skeptisch. „Diese KI-besessenen SEOs, die behaupten, sie können GEO oder AIO anbieten, setzen einen gefährlichen Präzedenzfall. Sie suggerieren, KI beeinflussen zu können auf Weisen, die schlicht nicht wahr sind,“ sagt sie.

Rand Fishkin, Gründer des Analyseunternehmens SparkToro, mahnt zur Zurückhaltung. Seine Untersuchungen zeigen, dass traditionelle Suchmaschinen auf dem Desktop weiterhin deutlich mehr Anfragen verarbeiten als KI-Tools. Amazon, Bing und YouTube haben alle einen größeren Anteil am Suchgeschehen als ChatGPT. Viele Unternehmen investierten gemessen an der tatsächlichen Nutzung zu viel in KI-Sichtbarkeit, so Fishkin.

Gleichzeitig gibt es echte Veränderungen. Marketer beobachten Markenerwähnungen auf Plattformen wie Reddit oder YouTube intensiver, selbst ohne direkte Links. Das Beratungsunternehmen Gartner prognostiziert, dass Budgets für PR und redaktionelle Erwähnungen bis 2027 verdoppelt werden, weil Marken in KI-generierten Antworten sichtbar sein wollen.

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