Tencent hat die finale Version seines Sprachmodells Hy3 veröffentlicht. Neu ist die Lizenz: Apache 2.0, ohne regionale Einschränkungen. Sam Witteveen berichtet für VentureBeat, dass frühere Versionen Nutzer aus der EU, Großbritannien und Südkorea ausschlossen. Genau diese Änderung sorgt für die größte Resonanz in der Open-Source-Community.
Hy3 ist ein Mixture-of-Experts-Modell mit 295 Milliarden Parametern, von denen 21 Milliarden pro Anfrage aktiv sind. Tencent hat das Modell nach einer Preview im April mit Feedback von über 50 Produktteams überarbeitet. In einem eigenen Blindtest mit 270 Experten schlägt Hy3 das ältere GLM-5.1. Beim direkten Vergleich mit GLM-5.2, das Zhipu AI im Juni veröffentlichte, liegt der Konkurrent bei Coding-Benchmarks wie SWE-bench Verified jedoch weiterhin vorn, wie aus Tencents eigenem Anhang hervorgeht.
Zuverlässigkeit statt reiner Benchmarks
Tencent stellt stattdessen Praxiswerte in den Vordergrund. Die Halluzinationsrate sank laut Unternehmen von 12,5 auf 5,4 Prozent gegenüber der Preview-Version. Fehler in Mehrfach-Dialogen fielen von 17,4 auf 7,9 Prozent. Zudem verhalte sich das Modell über verschiedene Agenten-Frameworks hinweg konsistent, ein Vorteil für Unternehmen mit unterschiedlichen Tool-Umgebungen.
- Hy3: 295 Milliarden Parameter, 21 Milliarden aktiv, unter 300 GB in FP8
- GLM-5.2: rund 744 Milliarden Parameter, 40 Milliarden aktiv, etwa 744 GB in FP8
- Hy3 läuft auf exportkonformen Nvidia-H20-3e-Chips
Der kleinere Speicherbedarf bedeutet, dass Hy3 mit deutlich weniger Hardware auskommt als GLM-5.2, das meist einen 8x-H200-Knoten benötigt. Zusammen mit der offenen Lizenz macht das Hy3 laut Witteveen besonders für zuverlässigkeitsorientierte, werkzeugintensive Anwendungen interessant, auch wenn GLM-5.2 beim Coding vorn bleibt. Eine unabhängige Überprüfung von Tencents Angaben steht noch aus.
Bleib auf dem Laufenden
KI für Contentprofis: die neuesten Tools, Tipps und Trends. Alle 14 Tage in deine Inbox:
