Google plant einen KI-Inkubator für ehemalige Mitarbeiter

Google arbeitet an einem KI-Inkubator, der sich gezielt an ehemalige Mitarbeiter richtet. Diese werden intern als „Xooglers“ bezeichnet. Ana-Maria Stanciuc berichtet für The Next Web unter Berufung auf Bloomberg, dass das Programm Google frühen Zugang zu Startups verschaffen soll, die von Personen gegründet werden, die Googles Systeme und Modelle bereits aus eigener Erfahrung kennen.

Der Inkubator würde zwei bestehende Programme ergänzen. Der AI Futures Fund, ein gemeinsames Projekt von Google DeepMind und Google Labs, investiert gemeinsam mit anderen bis zu rund zwei Millionen US-Dollar in frühe Startups und bietet diesen technische Zusammenarbeit sowie frühen Zugang zu DeepMinds Modellen. Die Google for Startups Accelerators laufen separat und ohne Kapitalbeteiligung. Ein Alumni-Inkubator wäre ein dritter Kanal mit einem klaren Fokus: bekannte Gründerinnen und Gründer statt unbekannte Teams.

Hintergrund: Eine Welle von Abgängen

Der Kontext ist eine deutliche Abwanderung von Fachkräften aus führenden KI-Laboren. Seit Anfang 2025 haben Risikokapitalgeber rund 18,8 Milliarden US-Dollar in neue KI-Startups gesteckt. Viele dieser Investitionen folgen bekannten Namen aus der Forschung. Einige Beispiele:

  • David Silver, eine Schlüsselfigur hinter AlphaGo, verließ DeepMind und gründete Ineffable Intelligence. Sequoia und Nvidia bewerteten das Unternehmen mit rund 5,1 Milliarden US-Dollar.
  • Eine Gruppe ehemaliger DeepMind-Mitarbeiter sammelte 20 Millionen US-Dollar für Airspeed, ein Startup für KI-gestützte Vertriebsassistenten.
  • Nobelpreisträger John Jumper wechselte von DeepMind zu Anthropic. Das zeigt: Die Abgänge führen nicht nur zu neuen Startups, sondern auch zu direkten Konkurrenten.

Für Google verfolgt der Inkubator zwei Ziele gleichzeitig. Er ist eine Schutzmaßnahme, die das Unternehmen nah an ehemaligen Mitarbeitern hält. Gleichzeitig ist er eine strategische Chance: Als früher Investor und technischer Partner sichert sich Google einen Anteil an Unternehmen, über deren Finanzierungsrunden es sonst nur lesen würde.

Die Logik dahinter ist klar. Ehemalige Mitarbeiter kennen Googles Systeme und Forschungsteams bereits. Das macht den Aufbau einer Zusammenarbeit schneller und günstiger. Zugang zu Modellen und Kapital senkt die Hürde, das Unternehmen zu verlassen, während Google am möglichen Erfolg beteiligt bleibt.

Die Größe des Fonds, die Höhe einzelner Investitionen und der geplante Start sind bisher nicht bekannt. Google hat sich öffentlich nicht zu den Plänen geäußert.

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