Google hat eine Reihe neuer KI-Funktionen für vier seiner wichtigsten Produktivitäts-Apps angekündigt: Docs, Sheets, Slides und Drive. Die Erweiterungen geben Gemini, Googles KI-System, Zugriff auf Inhalte aus Gmail, Google Chat und Drive-Dateien und verbinden diese Quellen direkt mit dem jeweiligen Werkzeug.
Die neuen Funktionen sind im Beta-Stadium verfügbar und richten sich zunächst an Abonnenten von Google AI Ultra und Pro sowie an Geschäftskunden im Gemini-Alpha-Programm. Alle Funktionen starten auf Englisch. Docs, Sheets und Slides sind weltweit verfügbar, die neuen Drive-Funktionen zunächst nur in den USA.
Was die einzelnen Apps jetzt können
In Docs ermöglicht ein neues Werkzeug namens „Help me create“ das Erstellen von Dokumenten per Texteingabe. Gemini liest dafür relevante Inhalte aus verbundenen Quellen und erstellt einen formatierten Entwurf. Ein Nutzer kann zum Beispiel verlangen, dass Gemini einen Newsletter auf Basis von Meetingnotizen und einer Terminliste verfasst. Mit „Help me write“ lassen sich anschließend einzelne Abschnitte gezielt überarbeiten, ohne das gesamte Dokument neu zu generieren. Zwei weitere Funktionen, „Match writing style“ und „Match doc format“, gleichen Tonalität und Formatierung an, etwa wenn mehrere Personen an einem Dokument gearbeitet haben oder ein vorhandenes Template als Vorlage dienen soll.
In Sheets können Nutzer eine komplette Tabelle in einfacher Sprache beschreiben, und Gemini baut sie auf — inklusive Daten aus E-Mails, Dateien und dem Web. Die Funktion „Fill with Gemini“ füllt Tabellenzellen automatisch mit kategorisierten oder zusammengefassten Daten. Laut Google ist das bei Aufgaben mit 100 Zellen neunmal schneller als manuelle Eingabe, basierend auf einer Studie mit 95 Teilnehmern. Google gibt außerdem an, dass Gemini in Sheets beim SpreadsheetBench-Datensatz, einem Benchmark für Tabellen-KI, eine Erfolgsquote von 70,48 Prozent erreicht hat.
In Slides erstellt Gemini auf Anfrage einzelne Folien, die zum vorhandenen Design einer Präsentation passen. Anpassungen lassen sich per Texteingabe vornehmen, etwa zu Farben oder Layoutwünschen.
In Drive erscheint bei der Suche künftig eine „AI Overview“ am Anfang der Ergebnisse. Sie fasst relevante Inhalte aus den Dateien des Nutzers zusammen und nennt dabei die Quellen, ohne dass einzelne Dokumente geöffnet werden müssen. Eine weitere Funktion, „Ask Gemini in Drive“, erlaubt komplexere Anfragen über Dokumente, E-Mails, Kalendereinträge und das Web hinweg.
Google erklärt, dass alle neuen Funktionen denselben Datenschutzstandards folgen wie der Rest von Google Workspace. Die Daten bleiben laut Unternehmen privat und unter der Kontrolle des jeweiligen Kontos.
Quellen: Google Blog, Google Workspace Blog, TechCrunch

