Google bringt mit Gemini Omni 1.1 Flash eine neue Version seines Modells für generative Videos. Die Aktualisierung soll Entwicklern und Kreativteams mehr Einfluss auf die Erstellung, Verlängerung und Nachbearbeitung von Videoclips geben. Neu sind unter anderem die Fortsetzung bestehender Szenen, Vorgaben für Anfangs- und Endbild, günstigere Entwürfe sowie Video-Referenzen und Ausgaben bis 4K.
Im Mittelpunkt steht die Verlängerung von Szenen. Gemini Omni 1.1 Flash kann dabei bis zu zehn Sekunden eines vorhandenen Videos auswerten. Zuvor bezogen sich die Modelle laut Google nur auf die letzte Sekunde. Dadurch sollen Bildsprache, Figuren und Handlung beim Anschluss besser erhalten bleiben. Nutzer können Clips jeweils um zehn Sekunden verlängern, bis zu einer Gesamtlänge von 40 Sekunden.
Für Content-Teams kann dies bedeuten, dass sie aus einem Ausgangsclip mehrere Varianten entwickeln oder eine Geschichte schrittweise ausbauen. Per Texteingabe lässt sich etwa eine Kamerabewegung vorgeben, eine Handlung fortführen oder Dialog ergänzen. Bei wichtigen Produktionen bleibt eine sorgfältige Prüfung nötig. Das gilt besonders für Bilddetails, Anschlüsse und gesprochene Inhalte.
Vorgaben für Bildübergänge und schnelle Entwürfe
Mit einer weiteren Funktion können Nutzer das erste und letzte Bild einer Einstellung festlegen. Das Modell erzeugt daraus das Video zwischen den beiden Bildmarken. Google nennt als mögliche Anwendungen Kamerafahrten, Zooms, Kreisbewegungen, Übergänge und nahtlose Schleifen.
Zudem lässt sich künftig bis zu drei Sekunden langes Referenzvideo zusammen mit anderen Eingaben verwenden. Dieses Material kann helfen, den visuellen Zusammenhang einer neuen Szene zu bestimmen. Denkbar ist etwa, das Aussehen einer Figur oder einen Bewegungsablauf aus dem Referenzclip auf eine neu erzeugte Einstellung zu übertragen.
Für frühe Tests führt Google eine 360p-Option ein. Sie soll nach Angaben des Unternehmens bis zu 60 Prozent schneller arbeiten als die Standardausgabe in 720p und nur ein Drittel kosten. Der Modus richtet sich an Storyboards, schnelle Versuche und den Vergleich mehrerer Varianten, bevor ein Video in hoher Auflösung erzeugt wird.
Für die endgültige Ausgabe bietet Gemini Omni 1.1 Flash 1080p und 4K. Matthias Bastian berichtet für The Decoder, dass Google Preise pro Videosekunde von 0,03 US-Dollar für 360p, 0,10 US-Dollar für 720p, 0,15 US-Dollar für 1080p und 0,30 US-Dollar für 4K nennt. Bei vielen Durchläufen oder längeren Projekten dürfte die gewählte Auflösung damit stark auf die Kosten wirken.
Google stellt das Modell über die Gemini API in Google AI Studio sowie über die Enterprise Agent Platform API bereit. Nach Angaben des Unternehmens ist Omni 1.1 Flash außerdem in Google Flow für Abonnenten von Google AI Plus, Pro und Ultra verfügbar. Die Szenenverlängerung wird für diese Tarifgruppen auch in der Gemini-App ausgerollt.
Als Nutzer von Gemini Omni Flash nennt Google unter anderem Adobe Firefly, Figma Weave, GMI Cloud und Runway.
Quellen
- Gemini Omni 1.1 Flash lets you build with more control – Google
- Google launches Gemini Omni 1.1 Flash, which it says delivers studio-quality video production, including the ability to extend a scene, 4K upscaling, and more – Google DeepMind
- Google’s Gemini Omni 1.1 Flash makes AI video generation cheaper and more flexible – The Decoder
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