Ein bislang kaum bekanntes KI-Modell namens Hy3 Preview hat sich an die Spitze der OpenRouter-Rangliste gesetzt. Es übertrifft dort sogar das weitverbreitete Claude-Modell um mehr als 50 Prozent bei der Tokennutzung. Max Woolf beschreibt auf seinem Blog, warum ihn das stutzig macht: Die Qualität des Modells rechtfertige den Erfolg nicht.
Hy3 Preview ist ein Open-Source-Modell des chinesischen Technologiekonzerns Tencent. Die auf Hugging Face veröffentlichten Benchmark-Ergebnisse fallen bescheiden aus. Im Vergleich mit anderen chinesischen Open-Source-Modellen schneidet Hy3 nicht gut ab. Trotzdem schlägt es auf OpenRouter etablierte Modelle wie Claude und DeepSeek V4 Flash.
Nutzungsdaten werfen Fragen auf
Zunächst war Hy3 Preview auf OpenRouter kostenlos verfügbar, ab etwa dem 8. Mai wurde es kostenpflichtig. Auffällig: Die Nutzung sank dabei kaum. Woolf wertet das als Hinweis darauf, dass zumindest ein Teil der Nutzer tatsächlich einen Mehrwert aus dem Modell zieht.
Das Modell wird ausschließlich über einen einzigen Anbieter bereitgestellt: das in Singapur ansässige Unternehmen SiliconFlow. Der Preis beträgt 0,066 US-Dollar pro Million Eingabe-Token. Woolf weist darauf hin, dass es günstigere Alternativen gibt. DeepSeek V4 Flash kostet bei direkter Nutzung über DeepSeek effektiv nur rund 0,018 US-Dollar pro Million Token, dank aggressivem Prompt-Caching.
Einzelne Apps machen laut den Daten nur einen kleinen Teil des Traffics aus. Woolfs plausibelste Erklärung: Eine einzige große Anwendung, die nicht mit Tencent verbunden ist, nutzt Hy3 Preview als Grundlage für ihre Datenverarbeitung. Welche Anwendung das ist, bleibt offen.
Auf Hacker News gibt es kaum Diskussionen über das Modell. Auch auf Reddit ist die Resonanz gering. Woolf kommt zu dem Schluss: Das Rätsel um Hy3 Preview ist noch nicht gelöst.
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