Mistral AI will auf seiner Plattform künftig auch offene Modelle anderer Anbieter bereitstellen. Den Anfang macht GLM-5.2 von Z.ai. Das französische Unternehmen will diese Modelle auf derselben Infrastruktur betreiben wie die eigenen Angebote, einschließlich regionaler Verarbeitung und zugesagter Serviceleistungen.
Damit erweitert Mistral sein Angebot für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datenschutz und Verfügbarkeit. Kunden können nun festlegen, ob ihre KI-Anfragen in Europa oder den USA verarbeitet werden. Zusätzlich testet das Unternehmen eine Priority Tier für besonders wichtige Anwendungen. Sie umfasst individuell vereinbarte Nutzungslimits und eine vertraglich zugesicherte Verfügbarkeit.
Mistral zufolge sollen diese Funktionen helfen, Vorgaben zur Datenresidenz und Regulierung einzuhalten. Vollständig abgeschottet ist die Verarbeitung jedoch nicht zwingend. Wie VentureBeat berichtet, können einzelne Dienste von Unterauftragnehmern außerhalb der gewählten Region genutzt werden. Das betrifft etwa Websuche oder andere externe Werkzeuge. Solche Funktionen lassen sich nach Angaben des Unternehmens begrenzen oder abschalten.
Verträge für langfristige Rechenkapazität
Zugleich plant Mistral einen großen Ausbau seiner europäischen Rechenzentren. Dafür bietet die Firma European Compute Units, kurz ECUs, an. Unternehmen verpflichten sich dabei für mehrere Jahre zur Abnahme von Rechenkapazität.
Die Einheiten können für den Betrieb von Modellen, deren Anpassung, Training oder verwaltete Rechendienste verwendet werden. Mistral strebt bis Ende 2027 eine Kapazität von 200 Megawatt an. Bis 2030 sollen es bis zu ein Gigawatt werden. VentureBeat zufolge zielen die Verträge auf Laufzeiten von etwa fünf Jahren und sehen keinen vorzeitigen Ausstieg vor.
Mit der Strategie verändert Mistral seine Rolle. Das Unternehmen will nicht nur eigene KI-Modelle verkaufen, sondern eine europäische Infrastruktur für unterschiedliche offene Modelle und geschäftskritische KI-Anwendungen bereitstellen.
Quellen
- Mistral says its platform will support third-party open models, starting with Z.ai’s GLM-5.2, and run them on the same infrastructure as its own models – Mistral AI Blog
- Mistral AI wants to build 1 gigawatt of European compute by 2030 — and lock in customers now – VentureBeat
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