Das französische KI-Unternehmen Mistral AI hat Forge vorgestellt, eine Plattform, mit der Unternehmen und Behörden eigene KI-Modelle auf Basis ihrer internen Daten trainieren können. Mistral präsentierte das Produkt auf der GTC-Konferenz von Nvidia.
Die meisten KI-Werkzeuge für Unternehmen setzen heute auf Fine-Tuning oder Retrieval Augmented Generation (RAG). Diese Methoden passen bestehende Modelle zur Laufzeit an, trainieren sie aber nicht neu. Mistral sagt, Forge gehe weiter: Die Plattform unterstützt den gesamten Trainingsprozess, einschließlich Pre-Training auf großen internen Datensätzen und Reinforcement Learning, um Modelle an interne Richtlinien anzupassen. Das Unternehmen behauptet, dieser Ansatz löse Probleme, die Standard-Modelle nicht bewältigen können, etwa spezialisierte Programmiersprachen, veraltete Code-Bestände oder Dokumente mit ungewöhnlichen Zeichen.
Zu den ersten Kunden gehören Ericsson, ASML, die Europäische Weltraumagentur und die singaporische Behörde DSO. Mistral hat nach eigenen Angaben Ericsson dabei geholfen, ein Modell zur Übersetzung von Legacy-Code zu entwickeln, und einer öffentlichen Einrichtung beim Rekonstruieren beschädigter alter Manuskripte.
Forge bietet zwei zentrale Betriebsmodi: Training auf der eigenen Infrastruktur von Mistral oder Training auf den Servern des Kunden, wobei Mistral keinen Zugriff auf die Daten hat.
Die Plattform wird außerdem von sogenannten Forward-Deployed Scientists begleitet, die direkt mit den Kunden zusammenarbeiten. Mistral-CEO Arthur Mensch gibt an, das Unternehmen steuere auf einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar zu.
Mistral positioniert Forge als Alternative zu Cloud-Anbietern wie Amazon, Microsoft und Google. Das Unternehmen argumentiert, deren Werkzeuge seien zu oberflächlich und verlangten, dass Kunden sensible Daten hochladen.
Quellen: TechCrunch, VentureBeat
